Warum die Bundesregierung will, dass wir Vorräte hamstern – und was das für Dich bedeutet.

Haben Sie schon einen Notvorrat? Plötzlich will die Bundesregierung etwas für den Zivilschutz in Deutschland tun, nachdem man zwanzig Jahre lang ausschließlich gekürzt und abgebaut hat. Jetzt gibt es ein neues Konzept, nachdem die Menschen in Deutschland sich Lebensmittel-, Wasser- und Bargeldvorräte für wenigstens zehn Tage zulegen sollen. Des weiteren soll ein Konzept für die Versorgung von öffentlichen Einrichtungen mit Notstrom erarbeitet werden.

Tatsache ist, die Bundesrepublik Deutschland ist denkbar schlecht für einen größeren Krisenfall gerüstet.

  • Die Alarmsirenen aus dem kalten Krieg wurden weitgehend abgebaut, auch die krisensicheren Mittelwelle-Radiosender wurden abgeschaltet.
  • War das Telefonnetz vor dreissig Jahren noch relativ autark von der normalen Stromversorgung, so ist das heutige digitale Netz wesentlich anfälliger. Weder die Endgeräte funktionieren ohne Strom noch die Vermittlungstechnik. Auch das mobile Telefonnetz ist nicht dazu in der Lage, den Betrieb für mehr als 48 Stunden im Falle eines Stromausfalls aufrecht zu erhalten. Zumal ein Handy mit leerem Akku ohnehin keinen großen Wert hat.
  • Supermärkte werden just-in-time beliefert und haben nur minimale Vorräte in ihren Lagern. Im Krisenfall dürften die Regale in wenigen Stunden leer sein..

Notvorrat: Warum gerade jetzt?

Stellt sich nur die Frage, warum die Bundesregierung gerade jetzt anfängt, solche Aktivitäten zu entfalten. Rechnet man in nächster Zukunft mit einem eventuellen Krisenereignis? Im Moment sind es wohl vor allem drei Szenarien, die in Betracht kommen könnten.

  • Terrorangriffe auf kritische Infrastrukturen?
  • Bürgerkriegsähnliche Unruhen in den Städten?
  • Ein offener bewaffneter Konflikt mit einem anderen Land (Russland?)
  • Ausbruch einer weltweiten Finanzkrise mit Zusammenbruch der Geldversorgung / des Finanzsystems?

Bekommt die Bundesregierung kalte Füße? Zivilschützer sind besorgt um Sicherheit von Regierungseinrichtungen.

Offenbar macht sich die Bundesregierung auch Sorgen um die eigene Sicherheit. Es wird bemängelt, dass es keine sicheren Ausweichquartiere für Bundesbehörden gibt. Offenbar erscheint den Zivilschützern Berlin im Krisen und Kriegsfall als nicht sonderlich sicher. Kein Wunder. Sollte es zu einem inneren Konflikt mit Islamisten kommen, dürfte Berlin ein heißes Pflaster werden. Und auch im Falle eines miltärischen Konfliktes mit Russland liegt die Stadt denkbar ungünstig nah an der Ostgrenze.

Werden jetzt irgendwo neue Regierungsbunker in abgelegenen Landstrichen gebaut? Der Ahrtalbunker, der schon unter Adenauer-Regierung für den Fall eines Dritten Weltkriegs gebaut wurde, wurde nach der Wende und dem Mauerfall schließlich aufgegeben. Fürs erste wird sich die Regierung wohl mit einer provisorischen Lösung zufrieden geben müssen. Für den Fall innerer Unruhen muss es ja auch nicht gleich ein Atombunker sein – ein gut bewachtes Ausweichhauptqartier abseits der zu erwartenden Brennpunkte würde ausreichen…

10 Tage? Es darf ruhig etwas mehr sein.

Bei aller Kritik an der Bundesregierung: Natürlich ist die Empfehlung, Lebensmittelvorräte, Bargeld und Trinkwasser für wenigstens 10 Tage auf Vorrat zu haben, eine sinnvolle Empfehlung. Genau genommen ist diese Empfehlung auch nicht neu, sondern bereits seit Jahren auf der Webseite des Zivilschutzes zu finden. Allerdings könnten sich Vorräte für zehn Tage als etwas knapp dimensioniert erweisen, wenn es tatsächlich zu inneren Unruhen und bürgerkriegsähnlichen Zuständne kommt.

Wenn Sie schon Vorräte anlegen, dann gehen Sie ruhig etwas großzügiger vor. Und bevorraten Sie neben Lebensmitteln und Trinkwasser auch wichtige Verbrauchsgüter wie Hygieneartikel (Toilettenpapier, Seife, Zahnpasta, Monatshygiene), Batterien, Kerzen, eine Notkochgelegenheit etc.

Eine gute Idde ist es auch, sich einen Fluctort zu schaffen, an dem Sie außerhalb der Hauptgefahrenzone sind und Ihre Vorräte dort einzulagern. Das gilt besonders, wenn Sie in extrem gefährdeten Regionen wie Berlin, dem Ruhrgebiet, dem Großraum Frankfurt oder anderen Ballungsräumen wohnen.

Hier finden Sie einige Gedanken zum Thema „Sichere Zuflucht“

Über den Autor Markus

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